Revell Segelschiff WASA

Art.-Nr.: RV-05414

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Beschreibung

Modell

Die Seefahrt ist reich an berühmten Schiffen. Ähnlich wie die Titanic ist auch die Wasa berühmt geworden, weil sie für eine Katastrophe steht, die Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat. Revell bringt im November einen Modellbausatz des Schiffs auf den Markt, das jedem Modellbauer Freude macht, der sich für historische Schiffe interessiert und reichlich Geduld und Zeit aufbringt, um eine anspruchsvolle Aufgabe wie den Zusammenbau und die Ausarbeitung eines historischen Denkmals zu lösen.
Das Modell wird im Maßstab 1:150 erscheinen und aus 250 Einzelteilen bestehen. Mit einer Gesamtlänge von 460 mm und einer Höhe von 350 mm wird es Recht groß sein. Nach Vorgabe des Originals wird besonderen Wert auf die zahlreichen Schnitzereien und Verzierungen am Heck des Schiffs gelegt werden. Auch die Aufbauten am Bug mit seinen sich verjüngenden Streben und zahlreichen Verzierungen dürften interessant sein.
Erfahrungsgemäß wird auch bei diesem Modell die Beplankung strukturiert an den Oberflächen der beiden Rumpfhälften zu sehen sein, ebenso auf den drei Decks und an den Aufbauten am Heck. Die Takelage stellt bei solchen Modellen eine hohe Anforderung an den Modellbauer. Schon bei anderen Segelschiff-Modellen lieferte Revell hier entsprechende Teile und Garne, die dann nach Bauplan weiter verarbeitet werden konnten. Ähnlich wird es wohl mit den Segeln sein. Eine ausführliche Bauanleitung mit Farbskala und Bemalungsanleitung und weiteren Informationen zur Wasa und ihrer Geschichte runden den Bausatz ab.

Geschichte

Die Geschichte der Wasa ist die Geschichte einer Katastrophe. Ausschlaggebend für war das Machtgefälle zwischen dem Auftraggeber König Gustav II. Adolf von Schweden und dem Schiffsbaumeister Henrik Hybertsson. Auf Befehl von Gustav II. wurde die Vasa, deren Konstruktion eigentlich auf ein Kanonendeck ausgelegt war, zunächst mit zwei Kanonendecks bestückt und schließlich auf Befehl des Königs während des Baus mit einem Dritten, da in Polen bereits an einem ähnlich bewaffneten Schiffstyp gearbeitet wurde. Hätte sich der Schiffsbaumeister Hendrik Hybertson den Befehlen seines Auftraggebers widersetzt, hätte die ernsthafte Konsequenzen nach sich gezogen. Der Baumeister starb ein Jahr vor der Fertigstellung des Schiffs auf natürliche Weise.
Die Bewaffnung erwies sich als zu schwer und das Schiff war anfällig für Krängungen (Schlagseiten), was bereits erste Versuche nach dem Stapellauf zeigten. Trotzdem wurde es weiter ausgerüstet. Die Wasa kenterte schließlich auf ihrer Jungfernfahrt nach nur zwanzig Minuten im Stockholmer Hafen. Dort wurde sie im April 1961 in einem erstaunlich guten Zustand geborgen, restauriert und schließlich im Wasa Museum ausgestellt. Eigentlich war die Wasa Teil einer größeren Bestellung aus zwei großen und zwei kleinen Schiffen der schwedischen Krone bei den Stockholmer Werften.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1625) wollte der schwedische König mithilfe der Wasa die Versorgung mit Hanf zur Herstellung von Tauwerken aus den baltischen Staaten sicherstellen, die sich unter dem Einfluss des Königs von Polen befanden. Unglücklicherweise war der polnische König ein Vetter Gustav II. und war von ihm um den schwedischen Thron gebracht worden. So hatte der Rüstungswettlauf zwischen den Kontrahenten auch persönliche Gründe.
Für den Bau der Wasa, der am 1. Januar 1626 begann, wurden allein tausend Eichen gefällt. Zur damaligen Zeit wurden Schiffe nicht nach Planzeichnungen gebaut und berechnet, sondern nach überlieferten Proportionen, die sich bereits bewährt hatten. Da sich Hybertson aber an den Proportionen von Schiffen mit einem Kanonendeck orientierte, Gustav II aber zwei bestellt hatte, war eine Fehlkonstruktion nach heutigem Kenntnisstand absehbar. Noch schwerwiegende aber war der Befehl, das Schiff mit einem dritten Kanonendeck auszurüsten. Die Statik, die wesentlich von den Ballaststeinen im Rumpf kontrolliert wurde, geriet dadurch außer Kontrolle.
Es blieb dem Meeresarchäologen Anders Franzén vorbehalten, die Wasa wieder zu entdecken und zu bergen. Am 24. April 1961 gelang nach aufwendigen Vorarbeiten die endgültige Hebung. Dank des hohen Schwefelanteils im Wasser der Stockholmer Bucht war das Holz sehr gut erhalten. In einem Trockendock wurde das Wrack von Schlamm und Wasser befreit. Auf dem Schiffsboden fanden sich 13.000 Holzteile, 500 Holzfiguren und 200 Ornamente, außerdem einige Kanonen und 12.000 kleinere Gegenstände.
Schließlich wurden mehr als 4.000 Kupfermünzen und 74 Silbermünzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert gefunden. Heute lässt sich die Wasa im restaurierten Zustand im gleichnamigen Museum auf der Insel Djurgården im Osten Stockholms besichtigen. Da sich der Schwefel, der ins Holz eindrang an der Luft allmählich in Schwefelsäure verwandelt, muss das Schiff bis heute ständig weiter konserviert werden. Über eine Dauerlösung zur Erhaltung wird nach wie vor geforscht.

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